| Tag | Strecke | Distanz |
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| 05.10.2013 | Dresden Hartha | 90 km |
Gerd, Heinz und Rainer treffen sich um 21:45 Uhr am Bochumer Bahnhof. Mit dem Regionalexpress fahren wir nach Dortmund, und um 23:05 Uhr geht es mit dem City Night Line weiter.
Der ausgehängte Fahrplan stimmt nicht mehr, da die Elbebrücke wegen des Frühjahrhochwassers noch gesperrt ist. In Berlin klappt das Umkuppeln der Waggons nicht (Kurswagen werden abgehängt und angekuppelt), wodurch sich die Fahrzeit verlängert; dafür haben wir genügend Zeit, im ungarischen Speisewagen zu frühstücken.
Dort erwartet uns Werner, der am Vortag mit dem Fernbus angereist ist. Auf der angehängten Box befördert er auch Fahrräder; eine preiswerte Alternative für Fahrradtouristen.
Es ist ein sonniger Morgen, wir radeln erst einmal in die Innenstadt und legen eine kurze Pause vor der Frauenkirche ein.
Wir fahren über die Augustusbrücke auf die rechte Elbeseite und radeln stromabwärts. Meistens ist der Weg asphaltiert.
Wir fahren auf dem rechten Elberadweg und kommen an dem Hafen Dresden-Pieschen vorbei. Wir fahren noch an Radebeul und Coswig an der Elbe entlang, queren die Elbebrücke bei Coswig und radeln dann in westlicher Richtung weiter.
Werner wird schon hungrig, und an der romantisch gelegenen Neudeckmühle im Saubachtal gibt es Mittagessen (Wildgulasch und Meißner Bier).
Wir passieren immer wieder Täler und Berge, kommen an vielen alten Mühlen vorbei, und es geht rauf und runter. Der Radweg ist an vielen Stellen vom Frühjahrshochwasser ausgespült, und neben dem Weg muss man auf einer schmalen Spur fahren.
Wir passieren den Obermarkt in Döbeln. Der Weg an der Mulde ist teilweise asphaltiert, streckenweise aber unbefestigt. Da der Radweg gut ausgeschildert ist, bemerken wir erst gar nicht, dass wir von dem Track abgekommen sind. Gerd bemerkt die Abweichung, und wir müssen ein Teilstück nach Technitz zurückfahren.
Wir kommen an dem Wasserkraftwerk Mittweida vorbei, das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet worden ist. Es ist 18:30 Uhr, und es beginnt zu dämmern. Mit unseren Warnwesten und LED-Leuchten sind wir gut ausgestattet, um auch auf den schmalen Uferwegen sicher voranzukommen.
Wir fahren dann an dem Fluss Zschopau entlang, und hinter Saalbach passieren wir ein eindrucksvolles Eisenbahnviadukt. Es ist 19 Uhr, und langsam wird es wirklich Zeit, eine Unterkunft zu finden. In dem Ort Hartha kehren wir in den Flemminger Hof ein. Es gibt nur noch Einzelzimmer, obwohl in jedem Zimmer noch ein weiteres Bett steht. Aber es ist zu spät, eine Alternative zu suchen. So haben wir den ersten Tag gemeistert und uns Essen, Bier und Radeberger Bitter verdient.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 06.10.2013 | Hartha - Meuselwitz | 86 km |
In dem Hotel Flemminger Hof haben wir Einzelzimmer, und so kommen wir nach und nach zum Frühstück zusammen. Bei Heinz dauert das Zusammenpacken noch etwas länger, und so kommen wir erst nach 10 Uhr los. Heute ist es diesig, die Sonne hält sich erst einmal bedeckt.
Die Ortsmitte von Hartha bildet der breite Marktplatz, der von alten Gebäuden und der Stadtkirche umgeben ist. An der Frontseite steht eine Kirche; allerdings ist es an dem Sonntagmorgen recht ausgestorben.
Ein kurzer Fotohalt an dem Froschbrunnen, und dann fahren wir ein Stück zurück zur Zschopau.
Die Eisenbahnlinie unterqueren wir durch das wuchtige Diedenhainer Viadukt bei Kriebethal. Ein beschädigtes Wehr und die teilweise zerstörten Ufereinfassungen zeugen von dem Hochwasser im Frühsommer.
Wir fahren den Fluss Zschopau weiter bergan, erreichen den Ort Waldheim und haben hier den Blick auf das klassizistische Rathaus. Den Ort schauen wir uns genauer an; hier finden wir eine geschlossene Architektur aus der Gründerzeit vor.
Hier kommen wir an einem Wehr vorbei, mit dem der Wasserstand der Zschopau reguliert wird.
Auf der Pöppelmannbrücke überqueren wir die Zschopau, und dahinter liegt das imposante Jugendstil-Rathaus. Davor steht eine kursächsische Distanzsäule und im Hintergrund die Nicolai-Kirche.
Wir fahren den Fluss weiter bergan und erreichen den Ort Kriebethal. Die alte Eisenbahnbrücke war am Vortag mit großem Brimborium als Fuß- und Radweg wieder freigegeben worden.
Ein Einheimischer berichtet von der dortigen Papierfabrik, die einst die größte Deutschlands gewesen sein soll. Nach der Wende ist sie erfolgreich privatisiert worden, und die Mitarbeiter sind sozial gut versorgt worden.
Hinter dem Ort geht es sehr steil bergan, und von der Hauptstraße hat man einen Blick zurück auf die mittelalterliche Burg mit steil aufragenden Mauern.
Es geht weiter an den steilen Flusshängen mit dichterer Bewaldung. Von oben können wir auf den Stausee Kriebstein blicken, an dessen Ufer sich Campingplätze und Datschensiedlungen befinden.
Bei Ringethal erreichen wir wieder das Zschopauufer, und wir passieren das ehemalige Herrenhaus bzw. die Mühlenanlage.
Die Zschopau ist wohl wegen des Mühlenbetriebs hier angestaut. Wir können nun auf einer stillgelegten Bahntrasse am Zschopauufer weiterradeln.
Wir erreichen dann bei Mittweida ein großes Natursteinwerk und fahren in das Zentrum. Von der alten Bausubstanz sind viele Häuser in einem zerfallenen Zustand und unbewohnt. Der Ort wirkt am Sonntagvormittag recht verlassen.
Es geht bergan unter der Eisenbahnstrecke entlang; die Restindustriegebäude sind meist verlassen.
Es bleibt heute bedeckt, aber wir bleiben vom Regen verschont. Unsere Wegführung ist weiterhin hügelig. In Wechselburg schauen wir uns das Benediktinerkloster an.
Werkzeug und Ersatzglieder sind vorhanden, so dass die Reparatur bald erledigt ist, und der Rest der Gruppe hat so nur kurze Zeit zum Verschnaufen.
Nach einer provisorischen Handwäsche geht es weiter. In Narsdorf überqueren wir die neue Autobahn A72, und wir erreichen danach ein größeres Waldgebiet hinter Altmörbitz.
Der Radweg im Waldgebiet südlich von Dolsenhain ist ausgesprochen schlecht: buckelig und mit groben Steinen bedeckt. Hier bei Waldlitz haben wir wieder Asphalt unter den Reifen.
Wir fahren jetzt auf Nebenstraßen und kommen an der Burg Gnandstein vorbei, die sich südlich von Kohren-Sahlis befindet.
Ein Schlangenbiss im Schlauch zeugt von einem Durchschläger. Der Schlauch ist schnell gewechselt. Heinz nörgelt noch an jeder Abbiegung, das sei ein Umweg, aber nichtsdestotrotz erreichen wir nach einigen Kilometern Altenburg.
Zwischendurch gibt es noch eine warme Mahlzeit, und die letzten 10 km hinter Altenburg legen wir im Dunkeln zurück. Werner und Rainer sind sich einig, dass Steigungen im Dunkeln viel einfacher erklommen werden können. Offensichtlich ist es wohl so, dass das fehlende visuelle Bewusstsein für die Steigung den Leidensdruck mindert. Gegen 21 Uhr erreichen wir schließlich unser Hotel.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 07.10.2013 | Meuselwitz - Eberstedt | 82 km |
Bei der Ankunft im Dunkeln haben wir ja nichts vom Umfeld gesehen. Am Morgen schauen wir von dem Hotel auf den Hainberger See hinunter, und direkt unterhalb liegt eine Badestelle. Leider ist es auch heute wieder diesig, und das Wetter lädt nicht zum Baden ein.
An der Zufahrtsstraße liegen noch die Reste eines Verschiebebahnhofs und ein Ringlokschuppen, in dem gewerkelt wird; wir sehen eine Dampfspeicherlokomotive. Der Hainberger See und der nachfolgende Penkwitzer See sind Relikte des Braunkohletagebaus, der aber schon 1967 aufgegeben worden ist.
Gegen 11 Uhr erreichen wir die Stadt Zeitz. An der Bratwurstbude ordern wir für je 1,50 € Thüringer Bratwürste.
Der Besitzer beschreibt uns die Vorzüge der Thüringer Bratwurst; es soll die spezielle Gewürzmischung sein, die den besonderen Geschmack ausmacht.
Wir erreichen Zeitz und kommen an der historischen Stadtbefestigung vorbei.
In Zeitz treffen wir wieder auf einen historischen Stadtkern. Bedeutend ist das Schloss Moritzburg. In vielen Teilen der Stadt stehen Häuserruinen.
Hinter Zeitz gelangen wir auf die umgebaute Trasse der Bahnlinie Zeitz-Camburg. Der Radweg ist noch ganz neu, und der Asphalt scheint noch warm zu sein. Zuerst geht es kontinuierlich bis Droyßig bergan. Die Trasse führt abschnittsweise durch dicht bewaldetes Gebiet.
Hinter Romsdorf ist der Weg noch nicht offiziell freigegeben worden; wir probieren ihn aber schon aus (no problem). Es geht jetzt immer bergab, teilweise durch dichte Waldgebiete.
In Crossen (bzw. Cauerwitz) verlassen wir die Trasse und kommen an der Gänsekolonie vorbei. Wir fahren dann neben dem Fluss Wethau weiter.
Naumburg hat eine sehr schöne historische Altstadt; hier passieren wir den Marktplatz.
Wir dürfen die Weintrauben probieren, und der lange Werner ist der Richtige fürs Pflücken.
Weiter an der Saale entlang erreichen wir Bad Kösen; das Gradierwerk erkennt man von Weitem.
Auf dem Radweg unterqueren wir die Gestängekunst, mit der die Pumpe für das Gradierwerk angetrieben wurde.
Wir sind so hundert Meter über dem Flusslauf, und in der Dämmerung kommen wir vom Radweg ab. Wir landen auf einem steilen, holprigen und stufigen Wanderweg. Um enge Kurven müssen wir uns durch den Wald quälen. Langsam wird es dunkel, aber die Erfahrung lehrt, dass man im Dunkeln viel schneller vorankommt und Steigungen nicht mehr so recht wahrnimmt.
Wir erreichen die Rudelsburg, und hundert Meter weiter befindet sich die Burg Saaleck. Wir rasen durch Bad Sulza; die Sehenswürdigkeiten können wir nicht mehr so recht erkennen.
Mittlerweile sind wir an der Ilm, und nach einigen Kilometern erreichen wir unsere reservierte Unterkunft, die historische Ölmühle Eberstedt.
Die Mühle ist in den letzten Jahren sorgfältig instand gesetzt worden, und die Zimmer sind individuell eingerichtet. Das Restaurant befindet sich in dem Mühlengebäude, und das Wasserrad platscht auf der Flussseite.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 08.10.2013 | Eberstedt - Stützerbach | 99 km |
Am Morgen schauen wir uns die Eberstedter Mühle noch etwas genauer an, da es bei unseren späten Ankünften dunkel ist.
Es gibt einen großen Spielplatz und schwimmende Holzhäuser auf einer Wasserfläche neben der Ilm, die man auch anmieten kann. Den Esel haben wir schon nachts gehört und die Mufflons gerochen…
Wir fahren durch die Ilm-Auen und finden noch Plattenwege aus der DDR-Zeit („Erichs Rache“). Der Fluss mäandert in dem breiten Tal.
In Wickerstedt stoßen wir auf ein Haus, das mit Schalke-Utensilien bestückt ist: Schalke-Fahne, -Klingel, -Spruch, -Briefkasten, und das im tiefen Thüringen.
Wir erreichen die Stadt Apolda und rollen durch die Innenstadt und schauen uns die Architektur an. Viele Gebäude stammen aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, zu der Zeit, als die Städte prosperierten.
Diese Betonplastik lädt zum Klettern ein. Wir fahren dann am Sulzbach entlang und passieren eine Parklandschaft. Der heruntergeladene Track führt uns erst einmal von der Ilm weg.
Wir fahren durch hügeliges Gelände auf einer mäßig befahrenen Straße. Wir erreichen den Ort Kapellendorf, in dem eine große Wasserburg steht, die wir uns näher anschauen, bis Heinz zum Weiterfahren drängt.
Wir radeln durch das Weimarer Land und passieren Dörfer und Kleinstädte, Lehnstedt, Mellingen, wobei wir auf der Autostraße fahren.
Hier gibt es eine historische Holzbrücke über die Ilm, die 1816–1818 errichtet worden ist.
Werner bekommt schon wieder Hunger, aber die Restaurants im Umfeld haben geschlossen. Dann probiert es Werner im Lindenbaum in Hetschburg; freudig erregt kommt er heraus: Das Restaurant hat auf. Dreimal Spaghetti mit Steinpilzen in Sahnesauce und einmal Bauernfrühstück. Danach ist die Welt wieder in Ordnung.
In Mellingen treffen wir wieder auf die Ilm, und wir folgen dem Ilmradweg. Auf schmalen Wegen passieren wir kleine Dörfer, und in Tannroda kommen wir an dem Blauen Schloss vorbei.
In Singen wird auf die dortige Brauerei hingewiesen. An dem Radweg stoßen wir auf steile Türme, die mit Teerpappe bedeckt sind. Es handelt sich hier um Fördertürme für die Soleförderung.
Bei Gräfinau-Angstedt wird eine neue Hochgeschwindigkeitsbahn gebaut; neue Betonbrückenbauwerke überbrücken die Täler. Der Ilm-Radweg wird auf einer neuen Trasse angelegt. Der Radweg im Anschluss wird gerade neu asphaltiert; der Fahrer der Asphaltmaschine schaut uns ganz grimmig an – er befürchtet wohl, dass wir über den neuen Asphalt fahren. So geht es erst einmal über eine Weidefläche als Umleitung weiter.
Dann kommen wir auf einen neu angelegten Bahntrassenradweg, der uns nach und durch Ilmenau leitet. Hinter Ilmenau geht es dann kontinuierlich bergauf. Unser Weg hinter Manebach ist erst asphaltiert, und dann folgt eine Passage auf einem unbefestigten Stück durch den Wald. Mittlerweile wird es mal wieder dunkel; aber unser helles Licht reicht für die Ausleuchtung aus.
Wir sind wohl im Thüringer Wald gelandet. Danach erreichen wir den Ort Stützerbach, in dem wir von unterwegs Zimmer in einer Pension gebucht haben. Unnötigerweise fahren wir noch einen Berg hinauf – dann wieder runter – und 1 km weiter erreichen wir die Pension Eintracht. Wir haben immerhin 1000 Höhenmeter und fast 100 km geschafft, und wir sind zufrieden.
An dem Abend berichtet der Ober eindrucksvoll von alten DDR-Zeiten, inklusive seinem persönlichen Zusammentreffen mit Walter Ulbricht (der soll das Porzellan gelobt haben, das allerdings aus Italien importiert war).
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 09.10.2013 | Stützerbach - Gleussen | 91 km |
Gerd und Werner sind natürlich wieder die ersten vor der Tür und drängen Heinz und Rainer zum Aufsatteln. Im Hellen kann man unser Pensionsgebäude erst einmal richtig wahrnehmen.
Gegen 10 Uhr geht’s dann los; und erst einmal weiter bergan über die Landstraße zum Rennsteig.
Wir erreichen dann den Rennsteigbahnhof, an dem historische Waggons abgestellt sind. Bis 1996 gab es einen fahrplanmäßigen Zugverkehr; jetzt gibt es noch Museumszugfahrten.
Das Zeichen weist auf den Rennsteigradweg, der meistens über geschotterte und oft steile Wege führt.
Wir fahren erst einmal auf der Straße, wo nicht allzu viel Verkehr herrscht. Zwischendrin gibt es auch mal Abfahrten bis zum nächsten Anstieg.
Unser Weg führt durch dichtes Waldgebiet nach Neustadt am Rennsteig. Jetzt sind wir fast oben auf einer Höhenlage von 800 m.
Wir halten an einem Aussichtsplatz. Allerdings ist die Fernsicht wegen des diesigen Wetters eingeschränkt.
Hinter Neustadt nehmen wir die Straße nach Gießübel statt dem Weg über den Rennsteig. Es gibt eine tolle Abfahrt durch bewaldetes Gebiet; allerdings mit dem Nachteil, dass wir uns 250 Höhenmeter wieder zum Rennsteig hinaufquälen müssen. Die Masserberger Straße hat enge Serpentinen.
Hier hat man einen weiten Blick über den Thüringer Wald. Eine große Therme soll die Touristen anlocken. Wir werden eher von der Bratwurstbude angelockt. Hier in der Höhenlage herrscht ein scharfer Wind, und wir ziehen uns erst einmal wärmer an. Rainer streift nun auch die Beinlinge über und die Windjacke.
Hier in der Höhenlage herrscht ein scharfer Wind, und wir ziehen uns erst einmal wärmer an. Rainer streift nun auch die Beinlinge über und die Windjacke. Wir biegen auf den geschotterten Waldweg ein. Es geht immer noch weiter hoch auf dem geschotterten Rennsteigweg, bis wir einen Aussichtsturm auf 841 m an der höchsten Stelle erreichen.
Von oben haben wir – soweit das Wetter es zulässt – einen weiten Überblick über das Land. Auf der westlichen Seite sieht man das Oberbecken des Pumpspeicherwerks Goldisthal.
Dann geht es auf dem geschotterten Rennsteigweg mit rappelndem Fahrrad herab. Dieser Weg führt uns durch dichten Nadelwald.
In einer Wegkehre kommen wir an diesem romantisch gelegenen Waldsee vorbei, der von der in der Nähe entspringenden Werra gespeist wird. Wir fahren dann auf dem Werraradweg weiter durch den dichten Wald.
Wir radeln eine längere Strecke durch das Waldgebiet auf den ausgewiesenen Radwegen, die eher für Mountainbikes geeignet sind. In Sachsenbrunn stoßen wir wieder auf befestigte Wege und wir verlassen die Höhenlagen.
Dann gibt es Kaffee und Kuchen, leider nur etwas ungemütlich im Stehcafe vor dem Supermarkt.
Hinter dem Ort verlief einst die innerdeutsche Grenze. Ein Rest der Sperranlage ist noch erhalten.
Dahinter auf bayerischem Gebiet befindet sich eine alte Bahntrasse mit Brückenbauwerken und einem liebevoll hergerichteten, ehemaligen Bahnhof, der immer noch am Ende der Welt liegt.
Von Weitem sehen wir die Veste Coburg auf dem Berg und wir passieren dann die Stadt. Auf unserem weiteren Weg durch Coburg fehlen Sehenswürdigkeiten, und so gab’s dann auch keinen Grund für einen Zwischenstopp. Bei der Ausfahrt aus der Stadt in westlicher Richtung geht es steil bergan; Heinz und Werner schieben. Heinz mosert, es hätte einen Weg ohne diesen Anstieg gegeben (wer’s glaubt, wird selig...).
Es geht dann vorwiegend auf dem Radweg Eisfeld-Bamberg weiter. Es geht über stärker befahrene Straßen und streckenweise auf kleineren Parallelwegen weiter. Es gibt noch einige kurze, heftige Anstiege.
Wir kommen nach Seßlach; Gerd meinte schon, dass wir uns den Ort anschauen sollten. Die Kleinstadt ist noch mit der Stadtmauer umgeben und an den Zugängen sind die Toranlagen noch weitgehend erhalten.
Es ist 17:30 Uhr und nach einigen Telefonaten reservieren wir 2 Doppelzimmer im 10 km entfernten Itzgrund. In Seßlach gehen wir erst einmal essen; uns wird der Rote Ochse empfohlen. Es gibt leckeres Essen mit frischen Zutaten und lokales trübes Bier.
Dann noch 8 Kilometer, und den Rest des Weges legen wir im Dunkeln zurück. Um 19:30 Uhr sind wir an der Unterkunft in Gleußen.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 10.10.2013 | Gleussen - Grafenrheinfeld | 108 km |
Am Morgen sieht es schon recht trüb aus; und bei der Abfahrt regnet es heftig. Die Regenjacken und Gamaschen kommen zum Einsatz. Wir folgen dem Lauf des Flusses Itz.
Ab Kaltenbrunn fahren wir parallel zur B4 auf einer stillgelegten Bahntrasse, die als solche kaum noch zu identifizieren ist. Es regnet heftig weiter, die Handschuhe werden langsam klamm und das Wasser findet auch seinen Weg an den Gamaschen vorbei.
In Breitengüssbach säumen größere Wasserflächen den Weg; und dann überqueren wir zum ersten Mal den Main. Wir sind im Auengebiet des Flusses.
Wir fahren durch Hallstadt und der Verkehr nimmt zu. Nach 10 km erreichen wir Bamberg. Wir fahren zum Dom, der auf einer Anhöhe liegt.
Die Altstadt liegt zwischen dem Main und der Regnitzmündung. Von der Karolinenstraße gehen wir in Richtung des alten Rathauses.
Wir schauen auf die Häuserzeile von Klein Venedig am Ostufer der Regnitz. Am Obstmarkt suchen wir erst einmal ein Café auf und wärmen uns auf.
Besonderer Anziehungspunkt in der Altstadt ist das alte Rathaus auf der Insel der Regnitz.
Mitfahrer Werner hat einen beruflichen Termin und er muss sich leider ausklinken. Wir haben eine Verbindung mit Nahverkehrszügen herausgesucht. Gerd empfiehlt das Quer-durchs-Land-Ticket: mit 6 Tastenklicks schafft er es, dem Automaten das Ticket einschließlich Fahrradkarte und Fahrplan zu entziehen.
Das Trio fährt nun erst die Regnitz und dann den Main flussabwärts. Einige Kilometer unterhalb von Bamberg beginnt der Main-Donau-Kanal (obwohl es hier keinen eigenständigen neuen Kanalverlauf gibt).
Der Weg liegt im ersten Teilstück weiter vom Flussverlauf entfernt; meistens neben der Bahnlinie und vom Main ist vorerst nicht viel zu sehen.
Es regnet vorerst weiter, aber weniger heftig als am Vormittag. Die Sachen sind klamm und in dem Ort Zeil gönnen wir uns Kaffee und Kuchen. Der Ort hat ein ansprechendes Stadtbild mit vielen Fachwerkgebäuden. Ab hier verläuft der Radweg direkt am Fluss entlang, und der Weg ist ab hier attraktiver. Weiterer Vorteil: Der Regen hört auf und wir können endlich die Regenjacken einpacken.
Wir fahren durch Haßfurt; zuerst mal viele Einkaufsmärkte an der Bundesstraße und danach noch eine ansprechende Altstadt mit erhaltenen Stadttoren.
Wir kommen zügig voran; und auch Gerd ist vor der Kälte nicht ganz gefeit; erst kommen Socken zum Einsatz und jetzt noch eine lange Hose.
Der Main ist noch recht schmal; einmal begegnen wir einem Frachtschiff. Wir nutzen den Mainradweg und um 18 Uhr nähern wir uns Schweinfurt.
In Grafenrheinfeld haben wir eine Pension gebucht und nach dem Einchecken fahren wir zurück in das Zentrum des Ortes und kehren beim Italiener ein.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 11.10.2013 | Grafenrheinfeld - Wertheim-Bettingen | 106 km |
In Grafenrheinfeld haben wir eine sehr günstige Pension bekommen. Viele Privatpersonen bieten günstig Quartiere an. Diese Infrastruktur hat sich wohl wegen des Kernkraftwerkes in dem Ort entwickelt, da die Monteure Unterkünfte anfragen. An dem Morgen ist es sehr frisch; und die Kleidung der Vortage ist viel zu dünn. Grafenrheinfeld hat einen schönen Ortskern; in dem Fachwerkhaus im Vordergrund haben wir am Vorabend italienisch gegessen.
Von der Brücke aus kann man das Atomkraftwerk von Grafenrheinfeld sehen.
Als Abkürzung nehmen wir die direkte Strecke nach Gemünden und lassen somit die Würzburger Mainschleife links liegen.
Nach etwa 10 km erreichen wir den Ort Werneck. Hier gibt es eine große Schlossanlage, die jetzt als Krankenhaus genutzt wird. Uns wird dann noch empfohlen, die Kapelle zu besichtigen, die von Balthasar Neumann ausgestattet wurde.
Wir besuchen die barocke Schlosskirche Werneck. Ein trockener Ort zwischendurch tut mal ganz gut.
Die Feuchtigkeit geht in Dauerregen über. Die Packtaschen werden immer leerer; das meiste ist jetzt am Körper. Rainer trägt z. B. ein Kurzarmtrikot, ein dünnes Langarmtrikot, ein weiteres Langarmtrikot, ein dickes Langarmtrikot und die Regenjacke. Zum Glück habe ich noch ein Paar weitere gefütterte Handschuhe in der linken Packtasche. Die sind aber später genauso wie die anderen Handschuhe durchnässt. Selbst Gerd kramt Strümpfe aus der Packtasche heraus. Aber zum Glück hat Lidl gerade Skihandschuhe im Angebot – ab Marktheidenfeld gibt es wieder trockene Handschuhe.
Unsere Abkürzung des Mainbogens ist eigentlich empfehlenswert (wenn es nicht so regnen würde...). Es gibt einen ausgewiesenen Radweg auf schmalen, meist befestigten Wegen, der dem Fluss Wern bis zur Mündung in den Main folgt. Die Route weist nur kürzere Steigungsphasen auf.
Bei Wernfeld erreichen wir den Main, und dann fahren wir noch einige Kilometer bis Gemünden.
Jetzt brauchen wir unbedingt einen warmen Zufluchtsort; den finden wir in einem Café. Hier stärken wir uns mit Kuchen, Cappuccino und viel Sahne.
Aber danach sind die Klamotten ja noch klammer und kälter als vorher. Wir überqueren den Main und fahren auf der linken Flussseite weiter. Es gibt einen asphaltierten separaten Radweg, und der Flussweg ist bei Radlern beliebt. Wir treffen auf einige weitere unverdrossene Radler, die sich in dickem Regenzeug bewegen.
In Hafenlohr haben wir noch einen schönen Blick auf die Burg Rothenfels. In Marktheidenfeld wird eingekauft und in Lengfurt machen wir uns Gedanken über den nächsten Übernachtungsplatz. Von den angefragten Pensionen im Umfeld erhalten wir erst einmal 15 Absagen; obwohl es objektiv langsam reichte mit dem Radfahren und den nassen Klamotten.
Aber dann erhalten wir doch noch eine Zusage für eine Privatpension in Wertheim-Bettingen. Dann tritt Heinz nochmal richtig in die Pedale und er muss dann ausgebremst werden, um nicht an dem Ort vorbeizufahren.
Unsere Vermieterin ist aber erst einmal entsetzt, als sie uns sieht. Alles versifft und dreckig. Sie wischt zuerst unsere Taschen ab und stattet die Zimmer mit Schutzabdeckungen aus. Danach wird gegessen und der Bericht geschrieben: 106 km bei dem Wetter sind doch auch nicht schlecht, und so haben wir unser Bier doch verdient.
| Tag | Strecke | Distanz |
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| 12.10.2013 | Wertheim-Bettingen - Seligenstadt | 107 km |
Gerd muss am Morgen Heinz und Rainer wecken, die um viertel nach acht noch friedlich schlummern. Chaos schon am Morgen: Erst sucht Heinz seine Allzweckschuhe, die Rainer eingepackt hat, und dann fehlt noch Heinz’ Warnweste, die unter den Stuhl gerutscht ist.
Wir radeln durch die Altstadt von Wertheim und werden von den Passanten wegen unzulässigen Radelns angesprochen. Nachdem wir unsere Bordkasse an der Bank aufgebessert haben, verlassen wir den Ort.
Hier noch ein Blick auf die Burgruine Wertheim und dann verlassen wir die Stadt und wechseln auf die rechte Flussseite.
Wir fahren dann auf dem separaten asphaltierten Radweg den Main hinab. Der Fluss schlängelt sich durchs Land. Wir fahren dann weiter nach Freudenberg. Hier treffen wir auf die Burg Freudenberg mit einer markanten, teilweise erhaltenen Mauer, die sich den Berg hinaufzieht.
Der nächste größere Ort ist Miltenberg; hier kehren wir in ein Café ein und es gibt Cappuccino und Sahnetorte und wir machen uns erste Gedanken über die Rückreise. In dem Café stellt sich heraus, dass Heinz ein rotes und dickeres Auge hat. Wir vermuten, dass der kalte Fahrtwind der letzten Tage dem Auge zugesetzt hat. Heinz entschließt sich, die Heimfahrt anzutreten. Er hat eine längere Strecke über Kassel, Warburg und Hamm vor sich.
Um 14 Uhr verlassen wir das Café und bringen Heinz zum Bahnhof. Es regnet mittlerweile recht heftig. Das Duett, Gerd und Rainer, setzt die Fahrt unbeirrt fort.
In Kleinheubach passieren wir im Regen das Schloss Löwenstein. Es regnet und über dem Main liegt ein Nebelschleier. Dann trifft man auch noch einen in Regenklamotten eingepackten Reiseradler; zur Begrüßung: „Noch ein Bekloppter unterwegs!“
Die Feuchtigkeit hat mittlerweile Gamaschen, Schuhe und Strümpfe durchdrungen. Dafür hält die Goretex-Jacke gut dicht. Da beim Rainer mittlerweile 3 Paar lange Handschuhe zur Verfügung stehen, kann er zwischendurch die Handschuhe wechseln. Die Temperatur an der Digitalanzeige zeigt 6°C.
Auf der gegenüberliegenden Flussseite kommen wir an einer Schiffswerft vorbei; ein einsamer Angler versucht im Regen sein Glück.
Auf unserer Flussseite liegt Wörth. Die Häuser am Ufer reihen sich an einer langen Mauer auf, die als Überflutungsschutz dient. Neben den Fensteröffnungen sind Stahlplatten befestigt, die bei Hochwasser vor die Gebäudeöffnungen angebracht werden.
Wir passieren Großwallstadt, die Stadt des Handballs, und in Niedernberg, an der Überdachung eines Fußballplatzes, legen wir eine Pause ein und machen uns Gedanken über die Übernachtungsmöglichkeit für die kommende Nacht. Langsam reicht es mit dem Regen und wir reservieren ein Zimmer in Seligenstadt. Am nächsten Hinweisschild wird uns gewahr, dass Seligenstadt nicht hinter der nächsten Ecke liegt.
Wir passieren erst noch Aschaffenburg, und vom Main kann man das Schloss gut sehen; das allerdings im Nebelschleier liegt. Der Regen hat mittlerweile aufgehört, aber unsere Klamotten sind nass. Lieber weiterfahren, um nicht abzukühlen.
Nach dem Einkauf bei REWE erreichen wir im Dunkeln unser reserviertes Hotel „Gasthof zum Riesen“, das im Zentrum am historischen Marktplatz liegt.
| Tag | Strecke | Distanz |
|---|---|---|
| 13.10.2013 | Seligenstadt - Frankfurt (Main) | 41 km |
Am Morgen weckt uns das Kirchengeläut. In dem Hotel gibt es kein Frühstück, aber auf der anderen Seite des Marktplatzes befindet sich eine Bäckerei, die von vorhergehenden Radtouren gut bekannt ist.
Dort gibt es ein ganz großes Frühstück mit 3 Brötchen für jeden, und so zieht sich das Frühstück über eine Stunde hin. Seligenstadt hat eine historische Altstadt und ist für einen Zwischenstopp zu empfehlen.
Nach 3 Regentagen dringt endlich wieder die Sonne durch, aber es ist am Morgen noch frisch. Wir fahren weiter auf der linken Mainseite und haben erst einmal den Hanauer Hauptbahnhof im Visier. Bei Hainburg passieren wir ein großes Kohlekraftwerk.
In Hanau queren wir auf einer ehemaligen Bahnbrücke den Fluss und bei unserer 11-Uhr-Pause reift der Plan weiterzufahren. Es ist herrliches Radfahrwetter, das zum weiteren Radeln animiert.
Der Mainradweg führt zum überwiegenden Teil auf einem separaten asphaltierten Weg und ist sehr gut befahrbar. Da alles ohne Steigungen verläuft, kommen wir auch schnell voran.
Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir bei Hanau das Schloss Philippsruhe. Neben den historischen Gebäuden gibt es große Hafenanlagen und Industriekomplexe. Der Schiffsverkehr auf dem Fluss nimmt zu.
In Offenbach führt der Weg direkt durch die Stadtmitte. Auf dem Uferweg wird es lebhafter; es findet gerade der Halbmarathon „Offenbacher Mainlauf“ statt. Die Verpflegungsstationen werden zwar schon abgebaut, aber immer noch kommen uns Läufer entgegen.
An dem Ufer sind Hausboote mit Restaurationen und Freizeitangebote zu finden. Jogger, Radler und Sonntagsspaziergänger kommen uns entgegen.
Die Skyline Frankfurts kommt immer näher, und wir fahren erst einmal weiter bis zum Zentrum.
Dann wechseln wir das Ufer, fahren ins Zentrum und erreichen bald den Frankfurter Hauptbahnhof.