Pyrenäen-Tour 2013
Moux - Argelès-sur-Mer
Datum: 09. Juni 2013 - Streckenlänge: 128 km
Bei Holger gibt es ein hervorragendes Frühstück, das mit einem Petit-déjeuner wenig gemeinsam hat. Schon um 9:30 Uhr in der Frühe starten wir. Wir haben unsere Planung wegen der Wetterverhältnisse geändert und wollen nunmehr zuerst zum Mittelmeer fahren – das Mittelmeer statt des Atlantiks.
Am Morgen ist es bewölkt und nur mäßig warm; für die kurze Hose reicht es aber dennoch. Es geht durch das hügelige Land in die Corbières.
Wir fahren auf ruhigen Nebenstraßen. Das Land ist hügelig, aber die Anstiege sind moderat. Weinreben stehen an den Hängen und blühender Ginster säumt den Weg. Der Duft strömt in die Nase. Wir passieren kleine Orte, die vor 50 Jahren wohl genau so ausgesehen haben.
Das Tal der Berre beeindruckt mit einer tiefen Schlucht und steilen Felswänden. Werner kommt ab und zu mit der lokalen Situation durcheinander und wähnt sich an den Pyramiden statt in den Pyrenäen.
Die Ruhe wird durch Motorradfahrer gestört. Die Gruppe überholt uns; der letzte Fahrer erkennt Heinz – trotz Warnweste – zu spät und stürzt beim Bremsen.
Mittags kommt die Sonne richtig durch; im Ort Opoul-Perillos gönnen wir uns einen Café au lait. Wir sind am Morgen bereits ungewöhnlich schnell vorangekommen.
Vom Ort Vingrau aus haben wir den ersten optischen Kontakt mit dem Mittelmeer und dem vorgelagerten Étang de Leucate. Wir bleiben in den Bergen, um Perpignan zu umfahren.
Wir erreichen den Ort Baixas. Große Teile der Altstadt mit ihren engen Gassen laden zu einer Extrarunde ein. Wir verlassen das Hochland in einer Höhenlage von bis zu 300 m.
Jetzt beginnt es mal wieder zu regnen. Einige Straßenabschnitte stehen tief unter Wasser, aber es ist zum Glück nicht so schlimm wie in den deutschen Hochwasserregionen. Wir müssen wieder unsere Regenjacken anziehen. Gegen 16:00 Uhr haben wir fast 100 km zurückgelegt.
Werner beginnt zu nörgeln, weil er nach dem Frühstück noch nichts Anständiges zu essen bekommen hat. In Palau-de-Vidre hat am späten Sonntagnachmittag endlich ein Lebensmittelladen geöffnet. Baguette, Rotwein, Salami und Pastete werden gekauft, und an einer überdachten Bushaltestelle schmeckt uns dieses köstliche französische Mahl. (Werner bezeichnet dies als „Not“-Essen).
Es folgt noch eine kleine Wildniseinlage und dann sind wir – schwupps – am Mittelmeer in Argelès-Plage.
Wir passieren große Campingplätze und stehen schließlich am Mittelmeerstrand.
Die Verrückten stürmen sofort ins Wasser, diesmal bei geschätzten 16 bis 17 °C – aber alle machen mit.
Überraschend stellen wir fest, dass es bereits 20:00 Uhr ist. Wir bleiben im Ort und schlagen unsere Zelte auf dem örtlichen Campingplatz auf.
Danach gibt es noch etwas zu essen, und jetzt, um 23:30 Uhr, verfassen wir die letzten Zeilen über unsere heutigen Erlebnisse.