In dem Zimmer von Klaus und Gerd treffen wir uns am Morgen zum gemeinsamen Frühstück. Kurz nach 10 geht es dann los. In dem Ort Neckargemünd sind die Straßen sehr eng, und der Verkehr staut sich. Wir können gleich am Hotel die Straße queren und wir radeln auf dem Radweg direkt am Neckar weiter flussaufwärts.
Die Wegstrecke am Vormittag ist sehr angenehm und führt auf einem Weg praktisch ohne motorisierten Verkehr meistens direkt am Flussufer entlang. Ein Highlight ist das Burgenensemble bei Neckarsteinach. Hier reihen sich vier Burgen über dem Flusstal aneinander: das Schwalbennest, die Hinterburg und die Mittelburg, die hier abgebildet ist, und danach noch die Vorderburg.
Der Weg führt über weite Teile durch den motorverkehrsfreien Uferwald, der sehr schön zu befahren ist.
Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Neckarhausen und hier verkehrt eine kleine Gierfähre. An der Fährstelle, neben dem Haus des Fährmanns, stehen einige Liegen, die uns zum Verweilen und Ausruhen verleiten. Wir beobachten den Fährverkehr und regelmäßig stehen Autos am Anleger, sodass der Fährmann durchgehend beschäftigt ist. Zwischendurch tauchen einige Binnenschiffe auf, die der Fährmann erst einmal passieren lassen muss. Jedenfalls verkehren viel mehr Schiffe auf dem Neckar als auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal, an dem wir vor einigen Jahren entlanggefahren sind.
Einige sehr enge Flussschleifen passieren wir in Hirschhorn und weiter geht es durch den Uferwald nach Ebersbach. Das Flusstal ist oft recht eng und steile Hänge, manchmal mit roten Felsen, kommen am Ufer zum Vorschein.
Danach finden wir eine Sitzbank, die uns am Mittag zum Anhalten verlockt. Hier können wir am Flussufer das zweite Frühstück mit unseren Brezeln und der Fleischwurst genießen und ein Bier ist auch noch drin.
Kurz darauf müssen wir auf dieser Hängebrücke die Flussseite wechseln. Es geht auf dem rechten Neckarufer weiter. Allerdings erwartet uns hier eine größere Straße. Auf einem Abschnitt gibt es nur einen schmalen Fußweg, und wir fahren mal auf dem Fußweg und dann wieder auf der Straße. Später gibt es dann einen breiteren Radweg, der aber direkt an der Straße verläuft.
Hinter Neckargerach geht es wieder auf die linke Neckarseite, und hier wird das Flusstal breiter. Jedenfalls war genügend Platz für das Atomkraftwerk in Obrigheim, das hier als Relikt am Ufer steht.
Der Radweg wird hier auf Nebenstraßen geführt. Während die Hauptstraße eben verläuft, muss man manchmal in die Berge am Flussufer ausweichen, um den verkehrsarmen Neckarradweg zu nutzen.
Den Storch hatten wir ja schon, aber jetzt treffen wir auf einen riesigen Geier, der sich auf der Straße niederlässt. Es stellt sich dann heraus, dass er aus dem Gehege von Burg Guttenberg entwichen ist. Ein Tierpfleger schnappt sich dann den Vogel, nachdem der Geier von uns Radfahrern eingeschlossen worden ist.
Während es am Morgen noch etwas kälter war, wird es am Nachmittag noch recht warm, und ich kann Trikot und Windjacke ausziehen. Auch ist es recht windig, und da der Neckar viele Schleifen aufweist, haben wir manchmal Gegenwind und manchmal auch Rückenwind.
Und dann gibt es bei Wimpfen sogar einen ausgebauten Fahrradschnellweg, nicht sehr lang, aber eine Verführung zum Reintreten. So kann ich auch mal die Elektrofahrer abhängen.
Wir fahren über eine stillgelegte Bahntrasse und überqueren hier das erste Mal den Kocher. Es ist ein recht angenehmer Radweg, der an den Wiesen am Flussufer entlang verläuft. Nur manchmal muss man halt eine Autostraße queren.