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Frühjahr 2025

Flussradtour bei den Schwaben, Bayern und Hessen

Neckar, Kocher, Altmühl, Tauber und Main

Datum:
06. Mai 2025
Strecke:
Neckargemünd - Neuenstadt am Kocher
Streckenlänge:
84 km
Bild
Am Morgen treffen wir uns in Klaus' und Gerds Zimmer zum gemeinsamen Frühstück. Kurz nach 10:00 Uhr geht es dann endlich los. In Neckargemünd sind die Straßen sehr eng und der Verkehr staut sich bereits. Glücklicherweise können wir direkt am Hotel die Straßenseite wechseln und radeln auf dem Radweg flussaufwärts direkt am Neckar weiter.
Die Wegstrecke am Vormittag ist sehr angenehm und verläuft auf einem Pfad fast ohne motorisierten Verkehr, meistens direkt entlang des Flussufers. Ein echtes Highlight ist das Burgenensemble bei Neckarsteinach. Hier thronen gleich vier Burgen über dem Flusstal nebeneinander: das Schwalbennest, die Hinterburg, die hier abgebildete Mittelburg und schließlich die Vorderburg.
Die Route führt uns über weite Strecken durch einen herrlichen verkehrsfreien Uferwald, der sich wunderbar befahren lässt.
Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Neckarhausen, wo eine kleine Gierfähre verkehrt. Am Fähranleger laden uns neben dem Haus des Fährmanns einige Liegestühle zum Verweilen und Ausruhen ein. Wir machen eine Pause und beobachten den regen Fährbetrieb: Da regelmäßig Autos übersetzen wollen, ist der Fährmann durchgehend beschäftigt. Zwischendurch tauchen einige Binnenschiffe auf, die der Fährmann natürlich erst passieren lassen muss. Auf dem Neckar herrscht jedenfalls deutlich mehr Schiffsverkehr als auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal, an dem wir vor einigen Jahren entlanggeradelt sind.
Bei Hirschhorn passieren wir einige sehr enge Flussschleifen, bevor es durch den schattigen Uferwald weiter nach Eberbach geht. Das Flusstal zeigt sich hier oft von seiner engen Seite, geprägt von steilen Hängen und markanten roten Sandsteinfelsen direkt am Ufer.
Zwischen den abgeschiedenen Waldgebieten liegen immer wieder kleinere Dörfer, wie hier der Eberbacher Stadtteil Neckarwimmersbach.
Wenig später lädt uns eine gemütliche Sitzbank zur Mittagspause ein. Direkt am Flussufer genießen wir unser zweites Frühstück mit frischen Brezeln und Fleischwurst – und ein kühles Pausenbier ist natürlich auch drin.
Kurz darauf wechseln wir über eine markante Brücke die Flussseite und setzen unsere Fahrt am rechten Neckarufer fort. Hier verläuft der Weg allerdings leider direkt neben einer größeren Autostraße. Auf einem Teilstück müssen wir uns mit einem schmalen Fußweg begnügen, sodass wir abwechselnd auf dem Gehweg und der Fahrbahn unterwegs sind. Später wird der Radweg zwar breiter, bleibt aber direkt an die Leitplanke geschmiegt.
Hinter Neckargerach wechseln wir wieder auf die linke Neckarseite, wo sich das Flusstal deutlich weitet. Hier war damals jedenfalls genügend Platz für das Kernkraftwerk Obrigheim, dessen abgeschaltete Blöcke heute wie ein industrielles Relikt am Ufer aufragen.
Von hier an führt uns die Route zumeist über ruhige Nebenstraßen weiter flussaufwärts.
Kurz darauf passieren wir eine geschäftige Verladestelle für Schüttgut.
Hinter der nächsten Kurve erblicken wir die geschichtsträchtige Burg Hornberg, die einstige Residenz des berühmten Ritters Götz von Berlichingen.
Der Radweg wird hier über hügelige Nebenstraßen geleitet. Während die Hauptstraße unten im Tal eben verläuft, müssen wir mit den Rädern immer wieder kurze, knackige Anstiege in die Hänge am Flussufer bewältigen, um den verkehrsarmen Neckarradweg nutzen zu können.
Das Neckartal macht seinem Ruf als Burgenstraße alle Ehre – hier fahren wir unterhalb der imposanten Burg Guttenberg bei Neckarmühlbach vorbei.
Einen Storch hatten wir heute ja schon, aber plötzlich blockiert ein riesiger Geier die Straße vor uns! Wie sich kurz darauf herausstellt, ist der majestätische Vogel aus der bekannten Greifenwarte der Burg Guttenberg entwichen. Nachdem wir ihn mit unseren Fahrrädern geschickt eingekesselt haben, eilt auch schon ein Tierpfleger herbei und kann den Ausreißer unbeschadet wieder einfangen – was für ein Abenteuer!
Anschließend rollen wir an weiten, leuchtend gelb blühenden Senffeldern vorbei.
War es am Morgen noch recht frisch, so klettert das Thermometer am Nachmittag ordentlich nach oben, sodass Windjacke und langes Trikot endlich in den Packtaschen verschwinden können. Es bläst allerdings ein kräftiger Wind. Da der Neckar hier extrem windungsreich verläuft, wechselt unser Los ständig zwischen zähem Gegenwind und sportlichem Rückenwind.
Imposante Schutzwände säumen den Weg und bewahren die tiefer gelegenen Ortschaften vor den Hochwassern des Neckars.
Bei Bad Wimpfen stoßen wir überraschend auf einen top ausgebauten Fahrradschnellweg. Er ist zwar nicht besonders lang, verleitet aber sofort zum kräftigen Antreten. Eine perfekte Gelegenheit für mich, um den E-Bike-Fahrern der Truppe mal kurz das Hinterrad zu zeigen!
In Jagstfeld überqueren wir den Neckar ein letztes Mal, radeln durch Bad Friedrichshall und folgen ein Stück den weitläufigen Bahnanlagen.
Schließlich biegen wir auf eine hervorragend umgebaute, stillgelegte Bahntrasse ein und überqueren hier zum ersten Mal den Kocher. Der Radweg führt uns sehr angenehm an den idyllischen Wiesen am Flussufer entlang, unterbrochen nur von gelegentlichen Straßenquerungen.
Es geht immer in der Nähe des Flussufers weiter, bis bald Neuenstadt am Kocher in Sichtweite kommt. Hier erreichen wir glücklich unser heutiges Tagesziel, das traditionsreiche Gasthaus Lamm.