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Frühjahr 2025

Flussradtour bei den Schwaben, Bayern und Hessen

Neckar, Kocher, Altmühl, Tauber und Main

Datum:
07. Mai 2025
Strecke:
Neuenstadt am Kocher - Schwäbisch Hall
Streckenlänge:
72 km
Bild
Am Vorabend hatte Heinz festgestellt, dass sich die Verschraubung seines Hinterrades gelöst hatte. So hat er am Morgen erst einmal damit zu tun. Danach sind wir eigentlich startbereit, aber Klaus muss noch seinen vergessenen Akku holen. Schließlich kann es um 10:00 Uhr endlich losgehen.
Unser Gasthof Lamm liegt direkt an der Hauptstraße, die zentral durch Neuenstadt führt. Auf einer leicht ansteigenden Straße geht es durch den Ort, bis wir oben das markante Obere Tor erreichen. Durch die Außenbezirke geht es anschließend wieder hinab in die Flussebene des Kochers.
Der Kocherradweg verläuft hier auf einer alten Eisenbahntrasse. Über die ehemalige Eisenbahnbrücke überqueren wir den Kocher. Kurz dahinter fahren wir unter der Autobahnbrücke der A 81 hindurch, die derzeit baulich verstärkt wird.
Wir radeln durch das weite Weideland, das sich im Flusstal erstreckt. Zumeist auf der alten Bahntrasse geht es entspannt weiter nach Möglingen. Der dortige alte Bahnhof wurde hübsch renoviert und mit Sitzgelegenheiten sowie Toilettenanlagen ausgestattet – der perfekte Ort für unsere erste Pause.
Am Rastplatz sind als Dekoration einige alte Uhren aufgehängt, allerdings zeigt jede eine andere Uhrzeit an.
Es ist wechselnd sonnig, und es weht ein stetiger Ostwind, der uns netterweise auch immer mal wieder als Rückenwind antreibt.
Danach geht es am Rande eines Waldgebiets auf einem Plattenweg weiter, der neben dem EVS-Kanal (Energieversorgung Schwaben) parallel zum Kocher verläuft. Anschließend folgen wir einem zumeist asphaltierten Nebenweg, auf dem wir glücklicherweise praktisch keinen Autoverkehr antreffen.
Am Kocher gibt es immer wieder kleine Staustufen. Bunte Wildblumenwiesen in Violett, Gelb und Weiß säumen unsere landschaftlich schöne Wegstrecke.
Wir erreichen Forchtenberg und legen hier eine längere Pause ein, um uns mit unseren am Vortag eingekauften Vorräten zu stärken. Vom Radweg am Kocher aus bietet die Stadt einen tollen Anblick: Das Würzburger Tor führt direkt in die historische Innenstadt, und auch weite Teile der alten Stadtmauer sind noch gut erhalten.
Der Anblick der mittelalterlichen Befestigung weckt unser Interesse, uns den Ort noch etwas genauer anzusehen. Es geht extrem steil bergauf, bis wir die Stadtkirche erreichen. Ein Schild weist von dort noch den Weg zur Burgruine, der allerdings nur zu Fuß zu bewältigen ist – das haben wir uns in Radklamotten dann lieber gespart.
Hier noch ein Blick auf die Reste der Forchtenberger Stadtmauer, bevor wir wieder auf den Kocherradweg zurückkehren.
Unser Weg führt uns als Nächstes nach Ingelfingen, wo wir den Kocher auf einer steinernen Bogenbrücke überqueren. Dieser architektonische Brückentyp ist sehr charakteristisch für die Flussübergänge hier im Tal.
Entlang des Flusses treffen wir immer wieder auf alte Mühlen, und das Kocherbett ist dicht von Bäumen und Sträuchern eingefasst. Wir durchqueren das etwas größere Städtchen Künzelsau. Hinter dem dortigen Industriegebiet führt uns der Radweg glücklicherweise wieder zurück in die idyllischen Flussauen.
Die Zufahrt zur historischen Buchenmühle.
Ein sehr markantes Bauwerk an der Strecke ist das Schloss Stetten. Die hervorragend erhaltene Höhenburg über dem Kochertal wird heute zu einem großen Teil als exklusiver Alterswohnsitz genutzt.
Hier passieren wir das Döttinger Tor, das historische Stadttor von Braunsbach.
Vor Untermunkheim staut sich an der Kocherbrücke der Autoverkehr. Da der Radweg jedoch gut abseits der Straße liegt, stört uns das kaum. Die Radstrecke führt in diesem Abschnitt oft eng den Berghang entlang, weshalb es viele kurze, aber knackige Anstiege zu bewältigen gibt. Besonders beeindruckend ist hier die gewaltige Kochertalbrücke der A 6, die das Tal in schwindelerregender Höhe überspannt.
Hier passieren wir eine weitere idyllische Mühle bei Geislingen am Kocher.
Kurz darauf taucht am Rande des Flusstals ein massives Gebäudeensemble auf – es gehört zum großen Diakonie-Klinikum von Schwäbisch Hall.
Bevor wir unsere Unterkunft in Schwäbisch Hall beziehen, füllen wir noch einmal rasch unsere Vorräte im Supermarkt auf und nehmen dann Kurs direkt auf die Altstadt.
Als wir durch die Altstadt rollen, sind wir auf Anhieb begeistert. Schwäbisch Hall besticht durch eine fast durchgehend erhaltene historische Bebauung mit unzähligen prachtvollen Fachwerkgebäuden, mittelalterlichen Türmen und alten Stadtmauern.
Früher mussten die Steuern häufig in Form von Naturalien entrichtet werden. Diese Bronzestatuen veranschaulichen auf humorvolle Weise, wie die damaligen Steuerbeamten ihre Forderungen eingetrieben haben.
Schließlich erreichen wir den imposanten Marktplatz. Hier liegt unser Hotel, der „Goldene Adler“, das auf eine lange und stolze Tradition zurückblicken kann: Schon Kaiser Karl V. soll hier in den Jahren 1541 und 1546 übernachtet haben. Das eindrucksvolle Gebäude ist im typisch süddeutschen Fachwerkstil errichtet.
Gegen 18:00 Uhr können wir endlich unsere Zimmer beziehen, bevor wir am Abend noch einen gemütlichen Stadtrundgang unternehmen.
Hier sind noch ein paar letzte Eindrücke von unserem abendlichen Stadtrundgang.