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Frühjahr 2025

Flussradtour bei den Schwaben, Bayern und Hessen

Neckar, Kocher, Altmühl, Tauber und Main

Datum:
08. Mai 2025
Strecke:
Schwäbisch Hall - Kirchheim am Ries
Streckenlänge:
89 km
Bild
Nach dem Frühstück – und nachdem auch Heinz seine Packtaschen am Rad befestigt hat – geht es los. Der Himmel ist bedeckt; mal schauen, was der Tag so bringt.
Wir kommen noch an einigen interessanten Fachwerkgebäuden vorbei und radeln dann auf einem schmalen Weg am bewaldeten Ufer des Kochers entlang.
Hoch oben auf einem Felsen entdecke ich das Kloster Großcomburg. Hinter der Eisenbahnquerung geht es dann bergauf in die Anhöhen am Rande des Kochertals.
Das Umland ist hier bereits recht hügelig. Die Hänge werden zumeist als Weidefläche genutzt, bunte Blumen zieren die saftigen Wiesen. Der erste Anstieg wird glücklicherweise durch eine Pause am Schloss Tullau unterbrochen.
Dann kommt der erste Hammer: Klaus und Heinz schaffen diese Steigung mit ihren Motoren gerade noch im Turbomodus, während Gerd und Rainer ordentlich ins Pusten kommen, auf halber Höhe passen müssen und lieber schieben.
Bei einer Steigung von 17 Prozent und mit vollem Gepäck darf man aber auch mal passen.
Während die Autostraßen mit moderaten Steigungen unten im Tal verlaufen, wird der Kocherradweg hier über kleine Nebenstraßen geführt, die teils über die Berge gehen oder die Höhenzüge neben dem Flusstal mitnehmen.
Bis Westheim verläuft der Radweg abseits des hier recht unzugänglichen Kocherufers. Erst hinter Westheim können wir mal wieder für einen Kilometer direkt neben dem Fluss radeln, bevor sich Radweg und Flusslauf erneut trennen.
In Gaildorf erreichen wir schließlich wieder den Kocher und überqueren den Fluss.
Direkt am Ufer steht das Alte Schloss von Gaildorf. Besonders sehenswert sind dessen beide Fachwerktürme.
Danach verläuft der Kocherradweg mehr oder weniger parallel zur Bundesstraße 19. Er ist teils als separater Radweg direkt neben der Bundesstraße angelegt, teils weicht er auf Nebenstraßen aus. Da man oft dicht an der viel befahrenen Straße entlangfährt, ist dieser Abschnitt landschaftlich nicht ganz so reizvoll. Auf den Ausweichstrecken über die Nebenstraßen erwarten einen dafür wieder heftige Steigungen. Am Schloss Untergröningen legen wir eine kurze Pause zum Trinken und Plätzchenessen ein.
Es geht dann weiter im Einzugsgebiet der B 19 bis Abtsgmünd. Danach folgt endlich wieder eine längere Passage direkt am Kocher entlang, der hier im Oberlauf mittlerweile zu einem schmalen Flüsschen mutiert ist.
Wir kommen durch Hüttlingen und fahren weiter in Richtung Aalen. Gerd meint jedoch, in Aalen gäbe es ohnehin nichts zu sehen, sodass wir das Zentrum der Stadt kurzerhand links liegen lassen.
Hinter Wasseralfingen staut sich der Autoverkehr. Da wir auf einem separaten Radweg unterwegs sind, tangiert uns das allerdings nicht. Leider weist unsere Radstrecke auch hier wieder deutlich mehr Steigungen auf als die benachbarte Autostraße.
In Westhausen erreichen wir den Oberlauf der Jagst, der wir von nun an folgen. An den Talhängen geht es dabei munter weiter hoch und runter.
In der Dorfmitte von Westerhofen, gleich an der alten Dorfulme, finden wir überdachte Bänke am Brunnen – perfekt für eine ausgiebige Essenspause. Wir haben noch genug Brötchen, Wurst, Käse, Salat und natürlich Bier im Gepäck, das wir zur Stärkung auffahren. Der Bauer von nebenan kommt samt Mutter und Enkel auf ein Schwätzchen vorbei, um sich nach unserem Vorhaben zu erkundigen.
Mittlerweile hat es sich stark bewölkt; es ist ziemlich frisch geworden und fängt sogar an zu regnen. Vor der Weiterfahrt packen wir uns dick ein und holen die Regenjacken heraus. Klaus und Heinz haben sogar einen Kopfschutz dabei, den sie flugs unter ihre Helme ziehen.
Dick eingepackt geht es weiter durch das obere Jagsttal. Oben auf dem Bergkamm ist lange Zeit das imposante Schloss Kapfenburg zu sehen.
Bei leichtem Regen fahren wir durch das Obere Tor in Lauchheim. Danach radeln wir auf separaten Wegen parallel zur B 29 in östliche Richtung nach Bopfingen.
Hier erwartet uns eine extrem steile Auffahrt auf den Ipf.
Oben auf der Anhöhe erreichen wir ein archäologisches Freigelände: Hier stand im 5. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende keltische Befestigungsanlage. Die Festungsmauer und einige Gebäude wurden auf Grundlage von Grabungsfunden originalgetreu rekonstruiert.
Hier sind noch einige der rekonstruierten keltischen Holzhäuser auf dem Gelände zu sehen.
Von der Anhöhe aus geht es zum Glück fast nur noch bergab nach Kirchheim am Ries. In diesem kleinen Dorf kurz vor Nördlingen haben wir unsere heutigen Zimmer gebucht.
Die Pedelec-Fahrer sind völlig geschafft und verschwinden gleich im Bett, während Rainer und Gerd (mittlerweile auch halb eingeschlafen) sich noch heldenhaft diesem Reisebericht widmen.