Pyrenäen-Tour 2013
Tuchan – Espezel
Datum: 18. Juni 2013 - Streckenlänge: 97 km
Das Abendessen im Restaurant in der Stadt war nicht sonderlich gut; das faserige Fleisch war ziemlich zäh. Wir verbringen die Nacht auf dem Campingplatz von Tuchan, wo uns quakende Frösche im nahegelegenen Bach beim Einschlafen begleiten. Werner ist durch seinen Sturz stark gehandikapt und möchte keine großen und anstrengenden Etappen mehr fahren.
Heinz und Gerd beschließen, Werner auf dem Rückweg zu begleiten, während Rainer noch einige Cols in den Pyrenäen bezwingen möchte.
Damit trennen sich unsere Wege: Gerd, Heinz und Werner treten den Rückweg nach Moux an, während Rainer sich allein in Richtung der höheren Berge wendet. Die weitere Streckenbeschreibung stammt ab hier von Rainer.
Ich fahre auf Nebenstraßen (D14) in westlicher Richtung. Es folgen beeindruckende Schluchten mit eher kahler Vegetation. Neben hübschen Dörfern thronen auf den Bergspitzen immer wieder alte Burgruinen, die die Jahrhunderte überdauert haben.
Die Straße verläuft ein Stück entlang der Verdouble. Die farbenfrohen Dörfer fügen sich harmonisch in das Landschaftsbild ein. Wie man dem Informationspavillon am Wegesrand entnehmen kann, ist diese Ecke in den Corbières touristisch gut erschlossen.
Die Katharerburg *Peyrepertuse* thront majestätisch auf dem Felsen oberhalb des Ortes Duilhac-sous-Peyrepertuse.
In dem Dorf geht es sehr beschaulich zu; hier ist echtes südfranzösisches Flair spürbar.
Der Ort Duilhac-sous-Peyrepertuse wird einmal umrundet, sodass man die historische Kulisse von jeder Seite aus bewundern kann.
Vorerst verläuft die Straße wieder in der Nähe der Verdouble bis zum Abzweig auf die D45. Hier erwartet mich ein größerer Anstieg, und ich folge der Straße bis nach Saint-Louis-et-Parahou. Es folgt eine Passage durch ein dichtes Waldgebiet, in dem die Bäume die Fernsicht einschränken. Heute ist es zudem diesig, die Sonne kommt kaum durch, und hin und wieder fallen einige Regentropfen.
Dieser Tourenabschnitt ist vor allem durch unberührte Natur und sehr wenig Verkehr geprägt.
Nach dieser Fahrt durch recht einsames Gebiet gelange ich in das Tal der Aude, das deutlich stärker besiedelt ist. Über eine lange Abfahrt fahre ich hinab nach Quillan – damit bin ich zurück in der Zivilisation.
Von dort fahre ich in Richtung Ax-les-Thermes und gelange zunächst zum Col du Portel. Auf der D613 folgt ein langgestreckter Anstieg, der immer wieder neue Perspektiven zurück auf Quillan eröffnet. Anfangs ist die Strecke noch stark bewaldet, doch mit dem Passieren des *Col de Coudons* erreicht man eine offenere Hochebene mit angelegten Feldern.
Campingplätze gibt es hier oben erst einmal keine mehr, weshalb ich mich gedanklich schon nach einem geeigneten Platz zum Wildcampen umsehe. Im Ort Espezel gibt es dann aber glücklicherweise Hotels, Restaurants und einen kleinen Laden. Hier kehre ich ein – in freudiger Erwartung auf ein kühles Bier. Die Notrationen aus der Packtasche (Baguette, Käse und Salami) bleiben schließlich unangetastet, da das Essen im Hotel sehr gut und reichhaltig ist.