Am Morgen strahlt bereits die Sonne. Klaus entdeckt, dass an den Bahnhof eine Draisinenstation angegliedert ist, die wir direkt vom Zimmer aus am Bahnsteig sehen können.
Die Bahnstrecke glanabwärts wird von Lauterecken aus befahren. Unterwegs entdecken wir ein altes Bahnwärterhäuschen.
Es ist eine sehr schöne, wald- und abwechslungsreiche Strecke. Auch die Dörfer, die wir passieren, wirken recht idyllisch und ursprünglich.
Anschließend geht es weiter entlang der Draisinenstrecke. Da Draisinen und Radler über dieselben Glanbrücken geführt werden, wird es auf dem Brückenkörper stellenweise recht eng.
Kurz darauf erreichen wir die aktive Bahnstrecke, die von Bad Sobernheim kommt. Während die Bahntrasse an einem steilen Berghang in einem Tunnel verschwindet, müssen wir mühsam den steilen Anstieg am Herrenhof erklimmen. Das ist der anstrengendste Anstieg der letzten Tage. Erst später wird uns bewusst, dass wir den Glan verlassen haben – dieser wurde bereits vor der Steigung von der Nahe "verschluckt".
Wir sind in den Weinbergen des Nahe-Anbaugebiets gelandet und blicken von oben auf den Ort Duchroth hinab. Dort treffen wir auf einen Fernradler, der von Barcelona nach Hamburg unterwegs ist.
Die Eisenbahnbrücke von Bad Münster am Stein erstreckt sich über die Nahe vor der Kulisse wuchtiger Berge.
...und auf der gegenüberliegenden Flussseite thront die Burg Rheingrafenstein. Derweil haben wir uns einen Eisbecher gegönnt und beobachten in Ruhe die Gegend und die Kurgäste.
Das Ufer in Bad Kreuznach ist mit attraktiven architektonischen Anlagen, Sitzplätzen und Sporteinrichtungen gestaltet. Zahlreiche Kurgäste bevölkern die Promenade.
Hinter Bad Kreuznach verschwinden die schroffen Talhänge und wir müssen mit den Rädern an größeren Ausfallstraßen entlangfahren. Es gibt zwar Radwege, doch die Straßen müssen einige Male gekreuzt werden.
Wir kommen an der Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub vorbei und fahren weiter in Richtung Oberwesel. Da fällt uns doch glatt auf, dass wir schon zu weit gefahren sind. Klaus meint, nach Bacharach sei doch gar kein Gebäude mehr gekommen.
Wir kehren um und finden schließlich das alte Hotel direkt hinter der Bahnlinie. Der verwinkelte Bau wurde als Hotel aufgegeben; stattdessen werden nun im kleinen Rahmen Ferienapartments vermietet. Das Haus trägt den Namen „100 Stufen über dem Rhein“. Bis zu unserem Apartment sind es zum Glück nur 79 Stufen, dennoch müssen wir für den Transport der Radtaschen zweimal gehen. Ein wirklich toller Ort mit direktem Blick auf die Burg Pfalzgrafenstein – auch wenn man dafür etwas Eisenbahnlärm in Kauf nehmen muss.