Am Morgen strahlt die Sonne bereits kräftig und wir frühstücken auf der Terrasse. Wir müssen unsere Taschen wieder die 79 Stufen hinuntertragen. Nach dem Beladen der Räder warten wir, bis die Schranken an der stark befahrenen rechtsrheinischen Bahnstrecke wieder geöffnet sind.
Das Mittelrheintal wird nun ziemlich eng; Bahnstrecke, Straße und Radweg müssen sich das Ufer teilen. Der Radweg verläuft hier direkt neben der Straße. Er bietet einen guten Untergrund, und da uns der Wind meist im Rücken liegt, kommen wir sehr gut voran. Es sind viele andere Radfahrer unterwegs: Senioren auf Pedelecs, Familien mit Kindern und Fernradler, die man leicht am Gepäck erkennt. Wir treffen sogar auf Fernwanderer, die ihren Proviant in einem Gepäckkarren samt Reserverad mitführen.
Ein Höhepunkt der Strecke ist natürlich der Loreley-Felsen bei St. Goar. Auf dem Wasser sind zudem viele Touristenschiffe unterwegs, insbesondere Fahrgastschiffe für die Rheintouristik.
In Boppard wollen wir eigentlich die Fähre nehmen, um auf die andere Rheinseite zur Lahnmündung zu gelangen. Der Fährbetrieb ist jedoch eingestellt; Klaus hat in Erfahrung gebracht, dass die Fähre beim Anlegen den Anleger beschädigt hat.
Vor der Koblenzer Brücke führt uns der Weg durch einen Wald am Rheinufer, bis wir die verkehrsreiche Brücke der B 327 erreichen. Da diese für Radfahrer nicht geeignet ist, suchen wir nach der nächsten Überquerungsmöglichkeit, doch auch bei der folgenden Eisenbahnbrücke ist der Zugang zunächst gesperrt.
Von oben bietet sich ein toller Ausblick bis zur Koblenzer Innenstadt und zur Festung Ehrenbreitstein.
Manchmal wird es auf dem Radweg sehr eng. Es gibt viele unübersichtliche Kurven, bei denen man auf Gegenverkehr achten muss. Der Radweg ist zwar asphaltiert, weist aber durch Baumwurzeln einige Buckel und Unebenheiten auf.
In Bad Ems legen wir eine ausgiebige Nachmittagspause ein. Da es in der Sonne viel zu heiß ist, tragen wir die Sitzgarnitur in den Schatten. Neben uns haben sich Rollatorfahrer niedergelassen.
Hinter Bad Ems wird das Tal weiter. Wir wechseln die Flussseite. Als Radweg dienen hier eher Feldwege.
An der höchsten Stelle erreichen wir das Kloster Arnstein, danach geht es wieder bergab auf Flussniveau.
Wir erreichen Laurenburg und ich sehe schon, dass uns viele Serpentinen erwarten. Wir wollen nämlich das Lahntal verlassen, und am Ortsende von Laurenburg geht es extrem steil bergauf. Die Straße ist für den Autoverkehr gesperrt, da ein großer Teil der Fahrbahn abgespült wurde. Ich erreiche die Höhe der Burg Laurenburg, doch wir sind längst noch nicht ganz oben. Es folgt der Ort Scheidt, doch der Anstieg geht weiter.